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Wir sind alle Flüchtlinge

Stacheldraht, Wächter, die Angst einjagen. Dass der Häftling einfach weiß, dass es aus dem Lager keinen Ausweg gibt. Wenn ja, dann nur durch den Kamin, so scherzten immer SS-Leute.hhh

Die Liebe

Trotzdem floh man. So wie Mala und Edek. Jung und ineinander verliebt. Sie war eine Jüdin und er ein Pole. Sie flüchteten verkleidet. Man konnte nicht zulassen, dass die langen Haare das Geheimnis verraten. Sie überschritten das Lagertor, aber nicht für lange Zeit. Sie wurden bald gefangen. Danach kamen Qualen und schlussendlich der Tod.

Manche von den Häftlingen sagten, dass es dank der Liebe möglich war, das Lagerstor zu überschreiten- erzählt Ewelina Matusz, Museumsführerin. Natürlich aber nicht wortwörtlich. Nur so weit, dass man daneben und nicht in der Mitte der Hölle sein konnte.

Aus den Berichten der ehemaligen Häftlinge wissen wir, dass Mala sehr oft erzählte, dass sie liebt und geliebt ist- erzählt weiter Matusz. Sie war glücklich. Sie hoffte, dass ihnen gelänge, wegzukommen und ein normales Leben zu führen. Zusammen gegen die Todesmaschine, gegen das Konzentrationslager.

Das Denken

Um aus dem Lager fliehen zu können, musste man eine Gelegenheit haben. Es war wichtig, dass man seine Arbeit außerhalb des Lagers verrichtete. Es ging um technische Möglichkeiten, die aber nicht jeder hatte. Doch, wir dachten über die Flucht, gibt Kazimierz Smolen zu, einer der ehemaligen Häftlinge vom Lager Auschwitz-Birkenau. Aber man begnügte sich mit dem Gedanken...

Die Musik

Aber wie soll man flüchten, wenn man ständig unter Aufsicht ist oder wenn man im Lager irgendeine Funktion erfüllte. Ein Beispiel dafür ist die Musik der Auschwitz- Kapelle. In diese Gruppe kamen immer wieder neue Personen, z.B. die Dirigenten: Franz Nierychlo und Adam Kopycinski.

Bis zum Jahre 1941 wusste niemand, dass so ein Orchester irgendwann bestehen würde, schreibt Ignacy Szczepanski in seinem Buch „Häftlings- Kapelle“. Niemand dachte in seinen kühnsten Träumen daran, dass dieses Orchester in voller Besetzung bestehen wird. Unvorstellbar war auch, dass so viele berühmte Personen dort spielen würden. Es waren Leute da, die am Fagott, Schlagzeug, Klavier und an der Geige gespielt hatten. Sie traten als eine Gruppe auf, meistens, um den SS-Leuten Freude zu bereiten. Im Buch von Szczepanski liest man folgendes über den Sinn dieser Kapelle: der groβe musikliebhabende Mäzen Szumanski aus Krakau sagte oft: „die Deutschen haben da alles mit dem Stacheldrahtzaun umgeben und schauten, dass niemand flieht. Und ich mache die Augen zu und bin auβerhalb des Drahtes. Sie wissen nicht, dass wir alle Flüchtlinge sind.“

Anna M. Potrzeszcz

Übersetzung: Dominika Antosz (nantosz@wp.pl)


poniedzia³ek, 05 lutego 2007, interjournalists

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